Hohn und Spott: Donald Trump

Auf die Frage eines Journalisten, ob er ein Rassist sei, antwortete der amtierende US-amerikanische Präsident, Donald Trump, gestern:

„No, I’m not a racist. I am the least racist person you have ever interviewed.“

Unterdrücktes, erstauntes Lachen.

Kopfschütteln.

Verwirrung.

Erkennen: Es fällt diesem Mann anscheinend leicht, das Gegenteil dessen zu sagen, was manch anderer als Wahrheit bezeichnen würde. Er sagt und tut das Eine. Dann behauptet er etwas Gegenteiliges. Besser, ich glaube ihm erst einmal nicht. Oder gar nicht.

Nehmen wir einmal an, er bezeichnete Haiti und andere afrikanische Staaten vor ein paar Tagen nicht als „Dreckslöcher“. Wir waren schließlich nicht dabei und diejenigen, die dabei waren, konnten sich erst nicht erinnern, dann doch, allerdings unterscheiden sich ihre Erinnerungen stark voneinander. Trump lässt derweil wissen, dass er Derartiges nicht gesagt habe.

Warum denke ich dennoch, dass er in keinem Fall kein Rassist sein kann?

„When Mexico sends it people, they’re not sending their best. They’re not sending you. They’re sending people that have lots of problems, and they’re bringing those problems with us. They’re bringing drugs. They’re bringing crime. They’re rapists. And some, I assume, are good people.“ (Sommer 2015)

Dem Bundesrichter Gonzalo Paul Curiel warf er im Juni 2016 im Rahmen eines gegen ihn selbst laufenden Verfahrens vor, er könne aufgrund seiner mexikanischen Herkunft nicht gerecht sein. (NY Daily News)

Ein Jahr später (ihm scheinen im Sommer die „besten“ Ideen zu kommen) behauptete er, die Haitianer hätten alle Aids.

Pauschalisierungen, Beleidigungen, ethnische Diskriminierung – diese und andere Äußerungen triefen vor Rassismus. Deshalb erscheinen die aktuellen Aussagen über die afrikanischen Staaten als glaubwürdig. Ich glaube denjenigen, die sagen, dass er diese Staaten derart beleidigte. Selbst wenn es nicht stimmt: Es passt in das Bild, das er selbst von sich in der Öffentlichkeit präsentiert.

Dieser Mann verachtet die Intelligenz des Menschen. Er spottet über Demokratie- und Politikdefinitionen. Völkerverständigung, Diplomatie, gar Empathie oder Menschlichkeit? Wer braucht denn so etwas, wenn er Hass schüren, Verwirrung stiften und Medien heiß werden lassen kann.

Ist er ein Jünger des René Magritte? Will er uns Philosophie lehren? Will er uns verwirren, bis wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen können? Hat er ein Gedächtnisproblem? Oder fehlt es ihm selbst an Intelligenz und er merkt gar nicht, dass er ständig gegenteilige Botschaften aussendet, seine Kommunikationspartner also vor fast unlösbare Probleme stellt, wollen diese das Gespräch weiterführen und ihm folgen können? Vielleicht ist er leider auch ein begabter Agitator, ein Dribbler, der seine Gesprächspartner mit diesem Vorgehen mürbe machen will, bis sie nicht mehr können und aufgeben.

Die Gründe für sein Gebaren mögen vielfältig sein. Die Quintessenz seiner Äußerungen lässt mich allerdings denken:

Yes, you are a racist, Mr Trump.

 

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