Cynthia Hand: „Unearthly“-Reihe

Ein junges Mädchen muss eine Aufgabe erfüllen, die sich ihr nur in kurzen Eindrücken in Form von Visionen offenbart. Begleitet von ihrer Mutter und ihrem Bruder muss dieser Engel nicht nur herausfinden, was genau sie tun soll, sondern auch, wen sie liebt und wie weit sie für diese Liebe von dem vorgegebenen Pfad abzuweichen bereit ist. Mancher erzählerische Kniff ist vorhersehbar. An einigen Stellen ist die Handlung nicht vollständig durchdacht bzw. nicht genau genug vom Lektorat geprüft worden. Aber ich war froh über Engel als Träger der Handlung  – wobei diese Helden in der Literatur nun nicht gerade neu sind. Bisher griff ich nur nicht nach Romanen mit diesem Fokus. Außerdem gibt die Autorin den Erzählsträngen Zeit: Die Handlung zieht sich über mehrere Monate, nicht nur über ein paar Wochen.

Im zweiten Teil erfährt Clara immer mehr über die Welt der Engel, zu der sie gehört, auch wenn ihre Mutter weiterhin Geheimnisse vor ihr hat. Sie erfährt auch, dass Liebe von Vertrauen lebt und durchleidet eine große Tragödie. Leider erscheinen die männlichen Protagonisten hier wie Gestaltenwandler: Ihre Charakter sind flüssig, passen sich dem Erzählziel der Autorin an und verlieren deshalb meine Sympathie. Die Heldin ist unentschlossen und nicht in Gänze zur Reflexion fähig.

Im dritten und letzten Teil der Reihe muss Clara, die nun Studentin ist, ungewöhnliche Allianzen eingehen und auf den literarischen Spuren des Orpheus in die Hölle gehen. Ihr treuer Begleiter lässt sie nicht im Stich, doch ihr Liebesleben ist weiterhin ein Chaos. Der Schluss ist unbefriedigend, etwas schnell verfasst vielleicht.

 

1. Band: Cynthia Hand, Unearthly. Heiliges Feuer, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2012, aus dem Englischen von Isabell Lorenz übersetzt, 349 Seiten.
2. Band: Cynthia Hand, Unearthly. Dunkle Flammen, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2012, aus dem Englischen von Isabell Lorenz übersetzt, 429 Seite.
3. Band: Cynthia Hand, Unearthly. Himmelsbrand, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2013, aus dem Englischen von Isabell Lorenz übersetzt, 440 Seiten.

 

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